Hallo LeserInnen,

Freitag war der letzte Tag für die 13. Klasse in der Schule, in der ich arbeite. Große letzte Vollversammlung, lustige Bilder, bewegende Worte. Ein Abschiedswort bleibt mir im Kopf: „Ich kenne eine Menge Leute, die mit ihrem Beruf unzufrieden sind. Was Ihr auch tut, folgt Euren Träumen, tut das, was Ihr wirklich tun wollt.“ Bei mir war das zuerst Gärtnern. Dann kam Unterrichten dazu. Und dann Schreiben.

Auch, wenn ich (noch?!) nicht damit die Rechnungen bezahlen kann, ist es etwas, das mich motiviert und spannender ist, als abends einfach nur den Fernseher anzuschalten. Meine HeldInnen warten so richtig auf mich, wollen mir zeigen, was als nächstes passiert. Mitten in einem Hundespaziergang springt mir plötzlich einer meiner Charaktere entgegen, sagt mir, was ich sofort aufschreiben muss, damit ich es nicht vergesse. Wenn es gerade überhaupt nicht geht, dass ich weiter mache, wird schnell ein Zettel vollgeschrieben und der wartet geduldig, bis ich soweit bin. Mit weniger als zwei Stunden Zeit versuche ich es gar nicht erst. Zuerst muss ich mich wieder in die letzten Seiten reinlesen, das Weitere kommt wie von alleine, und auf einmal ist es Mitternacht.

Mein erstes Buch ist auf Englisch und handelt von einer Freundin, die ich in England getroffen habe. Irgendwann kannten wir uns gut genug, um die Frage zu stellen, die mir auf der Seele brannte: Hast Du den zweiten Weltkrieg in Deutschland verbracht? Warst Du ein Nazi? Damit habe ich Pandoras Büchse geöffnet. Das müssen wir aufschreiben, habe ich nur gesagt, und das habe ich dann auch getan. Es hat lange gebraucht, bis ich die Erinnerungsfetzen sortiert und recherchiert hatte, aber am Ende wurde es tatsächlich ein Buch: „A Different Kind of Courage“. Der Verlag meinte dann, dass der Titel nicht genug über den Inhalt erzählt und so haben wir die zweite Auflage „Mrs Mahoney’s Secret War“ genannt, was der Sache schon näher kommt.

Wenn ein Buch fertig ist, fällt ein/e AutorIn ein bisschen in ein Loch. Worüber wollte ich als nächstes schreiben? Die Idee, eine alte Legende neu zu erzählen, hat mich fasziniert, und dann habe ich es einfach versucht. Ganz schnell haben die Charaktere für mich Gestalt angenommen, hatten ihre eigenen Gedanken, Gefühle und Worte. Und jetzt ist es ebenfalls ein Buch, die Gudrun-Sage, neu erzählt. Hoffentlich finden meine LeserInnen sie genauso spannend wie ich!

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